Info zum Stand der Arbeiten am Zwischenwall

Gleich nach der letzten Rechtskurve in Richtung Donnersbergplateau durchschneidet die Straße den Zwischenwall. Hier wird zur Zeit im Rahmen der touristischen Aufbereitung der keltischen Siedlung ein Stück des Zwischenwalls freigelegt und im Original-Fundzustand belassen.

Von der ursprünglich etwa 2,50 m hohen und 1 m dicken Trockenmauer sind noch rund 1,50 m in der Verschüttung erhalten. Das Holz in den Pfostenschlitzen ist durch das säurehaltige Gestein vollkommen verschwunden.

Der Wall wurde bis auf den Felsboden abgetragen, weil man sich eventuelle Funde (Mauerreste) aus der vorkeltischen Zeit erhoffte. Dies war aber nicht der Fall.

In Blickrichtung rund 150 m entfernt wurde 1975 schon einmal ein Stück des Zwischenwalls geöffnet, aber nicht gesichert (siehe Hauptseite, kleines Foto rechts). Durch Witterungseinflüsse ist die Trockenmauer weitgehend eingestürzt (Bildergalerien: "Führung über die archäologischen Projekte und Information für Sponsoren am 12. Juni 2003"). Dies soll hier nicht geschehen. Daher wurde die Rückseite der Mauer durch eine Stahlbetonwand gegen den Erddruck stabilisiert.

Die Oberseite wird durch eine Stahlplatte geschützt, weil der Wall bis zur Vorderkante wieder aufgeschüttet wird.

Um diese Arbeiten zu ermöglichen, mussten die Mauerstücke vollständig abgetragen werden.

Dazu wurde jedes Teilstück fotografiert, jeder Stein gekennzeichnet und dann in eigens dafür konstruierte Holzrahmen abgelegt. Dafür hat unser Verein die Kosten übernommen.

Hier sieht man die Markierungen der Steinreihen und der senkrechten Fugen. Rückseitig sind die Steine mit der Betonwand verklebt, denn als reine Trockenmauer würde die Witterung bald Schäden verursachen.

Das freigelegte Mauerstück soll deutlich als Einschnitt in die Verschüttung erkennbar sein. Daher wird der Wall oberhalb der Mauer abgeflacht bis zur Vorderkante. Die seitlichen Böschungen werden ebenfalls noch abgeflacht.

Erwin Schottler begrüßt die Mitglieder der "Donnersberger Kelten" und Gäste.

Frau Dr. Andrea Zeeb-Lanz informiert die Gruppe über den Stand der Arbeiten.

Neben "Kleinfunden" wie Münzen war für die Archäologin ein Fund ein echter Glücksfall. Im Verlauf des Grabens eines waagrechten Sicherungsstammes wurde erstmals eine Eisenklammer gefunden. Nach der Reinigung und Konservierung wird sie der Wissenschaft sicher wertvolle Hinweise geben, ob die Kelten schon Eisen bei ihren Konstruktionen verwendet haben.

Andrea bei ihren Erläuterungen.

Bautechnisch interessant sind an drei Mauerstücken die waagrechten Holzeinlagen. Sie haben die Pfosten miteinander verbunden und die Konstruktion stabilisiert. Mit Sicherheit befanden sich in etwa 1,80 m Höhe weitere Holzeinlagen. In den Mauerstücken links und rechts erkennt man bei genauem Hinsehen auch noch die waagrechten Schlitze. Hier hat allerdings der Druck des Walls die Hohlräume der Holzeinlagen verdichtet.
Um die senkrechten Pfosten darzustellen, hat man auf Holz verzichtet, sondern Eisenplatten eingesetzt, die rostig werden und so eine Art Rindenstruktur erhalten. Die Mauerstücke treten dadurch noch deutlicher hervor. Der Boden wird noch aufgefüllt, so dass vom Beton nichts mehr zu sehen ist.

Die Mauer wurde aus Lesesteinen aus der etwa 1 m dicken Verwitterungsschicht aufgebaut. Eine Bearbeitung lässt das extrem harte Rhyolithgestein kaum zu. Der seitliche Blick zeigt, dass nach Möglichkeit die glatte Seite der Steine nach außen gesetzt wurde.
Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man vor der Mauer steht. Wie haben die Menschen ausgesehen, welche gerade diese Steine in ihren Händen hatten vor über 2000 Jahren? Wie und wo haben sie gelebt?

Erwin bedankt sich bei Andrea für diesen Teil der Führung. Jetzt geht es im Verlauf des Zwischenwalls weiter, bis er in den westlichen Wall abbiegt.

Hier hat man den Wall durchschnitten und im wahrsten Sinn des Wortes "ein Fenster in die Vergangenheit" geöffnet.

Eine stabilisierende Betonwand folgt dem Verlauf des Walls. Im Außenteil sind drei Fenster eingebaut, welche den Querschnitt der Mauern zeigen.

Andrea zeigt auf dem von Klaus Mages erstellten Foto den Originalquerschnitt des Walls. Wegen der enormen Kosten hat man nur ein kleines "Fenster" in den Querschnitt eingebaut.

Es zeigt aber deutlich, dass auch hier mehrere Mauern voreinander gesetzt wurden.

Blick auf den noch nicht verfüllten Wallschnitt hinter der Mauer.

Die Betonwand wird mit Brettern verkleidet. Andrea zeigt die Stelle, wo ein Schaubild mit dem Querschnitt eingebaut wird.


Fotos: © Peter Gerstle